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Religiöse Freiheit und Säkularismus passen zueinander

Diskussionsveranstaltung in BerlinDie eingeladenen Experten diskutieren mit der Stiftung für die Freiheit in Berlin.

Bei einem Diskussionsforum in Berlin haben auf Einladung der Stiftung für die Freiheit internationale Experten das Verhältnis von Religion und Staat diskutiert. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, ob die Religionen Mitgestalter für ein Mehr an individueller Freiheit und Demokratie sind oder dieser Entwicklung eher ablehnend gegenüber stehen.

Darüber diskutierten die eingeladenen Experten, der tansanische Rechtsanwalt Daniel Bernard Welwel und der indische Parlamentsabgeordnete Prem Das Rai. Vor den Teilnehmern hob Welwel die Bedeutung der interreligiösen Toleranz hervor. In seinem Heimatland spiele das interreligiöse Leben eine zentrale Rolle in der Gesellschaft und überlagere sogar den Bereich des Rechts. Deshalb sei es so wichtig, das Gespräch zwischen den religiösen Gruppierungen kontinuierlich zu führen.

"Anders als in Deutschland manifestieren sich religiöse Gesinnungen in Indien in Wahlkampagnen der Parteien", berichtete der indische Parlamentarier Rai. Zudem sei Religion für einige einflussreiche Politiker ein wesentlicher Bestandteil ihrer Sichtweisen und Gesetzgebung. Besondere Gesetze für bestimmte Religionsgemeinschaften würden auch von den Gerichtsbarkeiten, sowohl in Indien als auch in Tansania, angewandt. Diese Gesetzespluralität führe teilweise zu rechtlichen Schwierigkeiten, erklärten die Experten.

Ein ideales Verhältnis zwischen Staat und Religion sei dann gegeben, wenn staatlicherseits wenig kontrolliert, keine Lösungen aufgezwungen und die Zusammenarbeit kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert werde, so Welwel. Diese Ansicht bekräftigte Stiftungsvorstandsmitglied Irmgard Schwaetzer. "Der säkulare Staat ist ein Garant der religiösen Freiheit. Er ist für den Menschen da, nicht umgekehrt", betonte sie.

In diesem Sinne sei es Aufgabe der liberalen Politik und Bildungsarbeit, deutlich zu machen, dass sie nicht antireligiös argumentiere, wenn sie den säkularen Staat verteidigt. Die Rolle des Staates sei es, sich selbst zwar aus religiösen Fragen herauszuhalten, aber im öffentlichen Raum religiöse Aktivitäten von Glaubensgemeinschaften nicht nur zuzulassen, sondern auch ausdrücklich zu schützen, so Schwaetzer.

Weitere Informationen über die Diskussion erfahren Sie im Bericht der Stiftung.

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