FDPUkraine-Krise

Russische Importverbote sind kein Grund zur Sorge

LebensmittelIn Russland wird es in Zukunft keine europäischen Lebensmittel mehr geben

Die Sanktionen der EU beantwortet Moskau mit einem Einfuhrstopp für europäische Lebensmittel. Aus Sicht von FDP-Chef Christian Lindner besteht allerdings kein Anlass für Panikreaktionen. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zeigte er sich sehr zurückhaltend gegenüber Überlegungen, betroffene Unternehmen staatlich zu unterstützen.

Für ein Jahr, so kündigte der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew an, sollen weder Fleisch, Fisch, Obst oder Gemüse aus der EU, Finnland, Kanada und den USA nach Russland importiert werden dürfen. Diejenigen Betriebe, die mit Russland Geschäfte machten, seien sich der unternehmerischen Risiken bewusst, erklärte Lindner. „Deshalb kann der Staat nicht sofort zur Hilfe eilen.“

„Niemand hat ein Interesse an einer Eskalation. Aber der Westen ist gut beraten, seine Werte, Freiheit, Frieden und Völkerrecht zu verteidigen. Freiheit und Frieden kommen vor Wirtschaftsinteressen“, stellte der Liberale klar.

Hintergrund

Im vergangenen Jahr führten die EU-Staaten insgesamt Waren im Wert von knapp 120 Milliarden Euro nach Russland aus. Zehn Prozent, also zirka 11,9 Milliarden Euro, entfielen dabei auf Agrarprodukte. Die Bundesrepublik war daran mit 1,6 Milliarden Euro beteiligt. Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft halten sich damit in engen Grenzen.

Kommentare (5)

Andreas Hobus
11.12.2014 - 20:27
Hinter 1,9 Milliarden Euro an Agrarprodukten die jetzt weniger nach Russland ausgeführt werden stehen Menschen und ihre Arbeit. Wofür gibt es deutsche und europäische Diplomaten?
Andreas Hobus
11.12.2014 - 20:26
Hinter 1,9 Milliarden Euro an Agrarprodukten die jetzt weniger nach Russland ausgeführt werden stehen Menschen und ihre Arbeit. Wofür gibt es deutsche und europäische Diplomaten?
Dietmar Tartter
05.12.2014 - 20:17
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Lindner, als Landwirt mit Kartoffel- und Gemüseanbau bin ich mit der Problematik des Importstopps beruflich und damit auch einkommensabhängig verbunden. Einkommensbeihilfen sind ein Tropfen auf den heissen Stein, denn die Ware bleibt weiterhin vorhanden und drückt die Marktpreise anderswo. Aber zur Sache: Muss es nicht liberales Streben sein, den Mittelstand bzw. dessen Entwicklung in anderen Staaten (Russland) zu unterstützen, anstatt mit Wirtschaftssanktionen das Gegenteil zu bewirken? Die Konfrontationspolitik der EU und USA nutzt den Politikern und der Mafia, sonst niemandem. Die Menschen müssen ihre Staaten von unten her aufbauen können, nicht die "großen" Politiker von oben nach unten. Das ukrainische Volk wurde gespalten, Russland wird die Schuld zugesprochen, aber war dieser Konflikt nicht vorher absehbar? Brauchen wir eine Neuauflage des kalten Krieges oder was ist liberale Politik?
Andre Reinhold
11.08.2014 - 12:58
Was für ein Schwachsinn !!! Diese ganze Eskalation in der Ukraine würde von Westen nur aus Wirtschaftsinteressen gemacht !!! So zu Lügen muss man Mut haben.
Vera Ansen
11.08.2014 - 00:10
Die nicht nachgefragten aber produzierten Lebensmittel könnten Welthilfe-Organisationen angeboten werden. Krisengebiete und Regionen, die mit zu wenig Lebensmitteln haushalten müssen, kennen wir zu genüge ... Im Zuge des Nachdenken über Nachhaltigkeit und CO2 Belastung durch Warentransfer ist es ja geradezu ein revolutionärer Schritt eines Staates seinen Bürgern "vorzuschlagen" nur noch heimischer Produkte zu bedürfen: zurück in die Zukunft also! Von wegen kalter Krieg! Wer glaubt Sanktionen haben eine Richtung, der wähnt sich in einem Ursache-Wirkung-Denken, das uns gleichermassen glauben lässt, Subventionen helfen der Wirtschaft. Nur echte Nachfrage schafft Wertstabilität von Einsatz und Produkt. Wo meine Ware grösstmöglichsten Nutzen erbringt ist eine unternehmerische Frage! Unternehmt was und lasst Euch nicht als Opfer stigmatisieren!
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