FDPTempolimit

Tempolimit bringt dem Klimaschutz nichts

Hand an Lenkrad, NaviWer digitale Technik nutzten möchte, der setzt heute auf dynamische Regelungen je nach Situation.
10.10.2019

"Was dem Ami die Waffe, ist dem Deutschen das Rasen". Mit diesen Worten hat sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann für ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen ausgesprochen. Die Freien Demokraten finden die Hetze wenig hilfreich. "Offenbar will er im grünen Kulturkampf gegen das Auto die Klimadebatte nutzen. Dabei wird es auch nicht besser, wenn er Menschen, die schneller als 130 fahren wollen mit dem Verweis auf den Waffen-Kult in den USA als Raser diffamiert", weist FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke den Grünen zurecht.

Kretschmann war in der Landespressekonferenz auch sachlich. Nach seinem kontrovers diskutierten Vergleich erläuterte er, ein Tempolimit spare Sprit, senke die Unfallgefahr und erhöhe die Kapazitäten von Straßen. Aber auch hier stellt Rülke den Ministerpräsidenten: "Mit dem Griff in die grüne Mottenkiste überkommener Forderungen zeigt der Ministerpräsident, dass er nicht auf der Höhe der Zeit ist. Wer im Jahr 2019 auf Blechschilder zur Verkehrsregulierung auf Autobahnen setzt, ist auf dem Holzweg."  

Seiner Auffassung nach kann man - wenn es die Verkehrsverhältnisse erlauben - auch schneller als 130 fahren. "Wer digitale Technik nutzten möchte, der setzt heute auf dynamische Regelungen je nach Situation", erinnert er an den aktuellen technischen Fortschritt. "Das kann 130 oder weniger oder auch gar keine Beschränkung sein. Dann gilt die Richtgeschwindigkeit." Den Grünen gehe es einmal mehr darum, die Menschen in Schablonen zu drücken und zu bevormunden.

Statt eines Tempolimits brauchen wir ein CO2-Limit

Auch FDP-Chef Christian Lindner schaltet sich in die Debatte ein. Denn: Die Grünen wollen nächste Woche im Bundestag eine namentliche Abstimmung über ein Tempolimit von 130 km/h herbeiführen. Lindner ist dagegen, weil es nichts bringt. "Für Verbote bin ich – wenn sie helfen. Wir sollten zum Beispiel aus ethischen Gründen das Kükenschreddern verbieten. Beim Tempolimit kommen nur alte kulturkämpferische Ziele neu ummäntelt wieder aus der Kiste. Solche Vorschläge spalten unser Land."

Lindner fordert: "Statt eines Tempolimits brauchen wir ein CO2-Limit für Deutschland. Das wird auch beim Auto den Innovationsmotor anspringen lassen – zum Beispiel, indem Wasserstoff oder klimafreundliche Treibstoffe eine echte Alternative zu Benzin und Diesel werden."

Kommentare (3)

KarlFriedrich vonGemmingen
11.10.2019 - 09:52
Und trotzdem werden die Grünen gewählt. Vielleicht fühlen sich viele als Gutmenschen wenn sie u.a. die Elektromobilotät forder n oder fördern. Unter welchen menschenunwürdigen Bedingungen das Kobalt für die Akkus oder das Lithium in Südamerika (dabei weren Unmengen Trinkwasser verschwendet) interessiert sie dabei nicht. Von der nicht geklärten Entsorgung der gebrauchten Akkus ganz zu schweigen. Oder wenn Windkraftanlagen wie z.B im Odenwald gebaut werden wo die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten unterhalb der Grenze liegen wo öffentliche Förderungen gewährt werden. Das nenne ich dann von den Grünen(Priska Hinz) erlaubten Subventionsbetrug. Es liessen sich noch etliche Beispiele wie z.B. Tempolimit, NOx Messungen und Fahrverbote u.v. andere mehr finden die zeigen dass es hier um staatliche Bevormundung u d Gängeln geht. Aber die Menschen haben die Politiker verdient die sie sehr oft unkritisch gewählt haben. Karl Friedrich von Gemmingen FDP OV Sinsheim
Carsten Sauerberg
10.10.2019 - 22:06
Anders als die offizielle Linie der Liberalen bin ich als durchaus die Freiheit liebender Mensch nicht gegen verbindliche 130 oder gar 120 auf den BAB. Die 100 auf den Landstraßen empfinde ich auch nicht als Beschränkung meiner Freiheit. Wenn ich Autobahn fahre und bewusst nicht über 130 gehe, bei meinem PKW sind das knapp 3000 Touren, verbrauche ich gut einen Liter weniger als bei einer Fahrweise, die auf die Tube drückt. Auch fährt es sich in Tempolimitländern wie Dk oder AT viel entspannter. Ich denke, die FDP wäre gut beraten, sich hier nicht zu verkämpfen und Freiheit nicht mit der primitiven Freiheit zum Rasen zu verwechseln. Ein Tempolimit auf Autobahnen ist m.E. in D mehrheitsfähig und überfällig. Es senkt den Spritverbrauch, den CO 2 Austoss, es kostet nichts und tut keinem wirklich weh.
Walter Herrmann
10.10.2019 - 19:30
Ich will auf mein Auto nicht verzichten, meide den öffentlichen Nahverkehr Zeit meines Lebens. Es ist bequemer im Auto zu sitzen als mit den "Öffentlichen" zu fahren. Mit dem Auto fahre ich aber nur, wenn es sein muß und meide den Berufsverkehr. Ich fahre grundsätzlich, seit ich nicht mehr arbeite, mit dem Fahrrad. Als ich noch berufstätig war, bin ich 27 Jahre lang im Dauerlauf, meist an der Straße entlang, zu meiner Dienststelle und wieder nach Hause gelaufen. Das erzähle ich bei Veranstaltungen immer den hysterischen Umweltschützern, die Autofahrer schikanieren wollen und sage: "So viel wie ich zum Klimaschutz beigetragen habe, schaffen sie im ganzen Leben nicht und nach ihren Erkenntnissen dürfte ich wegen der "schlechten" Luft, die ich eingeatmet habe, längst nicht mehr unter den Lebenden sein." Das sind meine praktischen Erfahrungen zum CO2-Ausstoß und zum Feinstaub und nicht schizophrene Erkenntnisse nach Meßungen von sogenannten Experten. Diagnose gelungen, Hilfe sinnlos.

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