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Todesstrafe in Pakistan im Fokus

Das Logo für internationale MenschenrechteDie Todesstrafe wirft Pakistan zurück
08.07.2015

Pakistan hat das Moratorium der Todesstrafe nach dem Schulmassaker in Peschawar aufgehoben. Die Stiftung für die Freiheit analysiert in einem "Fokus Menschenrechte" die Lage. Amal El-Abd, Praktikantin im Projektbüro der Stiftung in Pakistan, erläutert die Hintergründe für die steigende Zahl an Vollstreckungen sowie die Auswirkungen auf Kriminalität und Terrorismus im Land.

Seit dem Ende des Moratoriums seien kaum Terroristen, sondern vor allem Kriminelle gehängt worden, berichtet El-Abd. Sie führt aus: "Die Verurteilung fußt jedoch auf fragwürdigen Verfahren und zum Teil Folter. Ein Teil der Verurteilten ist zudem zum Zeitpunkt der angelasteten Tat minderjährig." Im März 2015 habe die Regierung beschlossen, die Todesstrafe von Terroristen auf Straftäter allgemein auszuweiten.

Obwohl die Wiedereinführung der Todesstrafe, kurz nach dem Massaker an Schülern, ein deutliches Zeichen für die Handlungsfähigkeit der Politiker sein sollte, wandle sie sich zum Repressionsinstrument gegen Oppositionelle sowie als Beruhigungsmittel für die zunehmend verunsicherte Bevölkerung. Hierbei komme der religiösen Radikalisierung eine Schlüsselrolle zu, so El-Abd. Der Wahabismus saudi-arabischer Prägung führe dazu, dass die weitgehend muslimische Bevölkerung islamistische Symbole wie die Todesstrafe befürworte und vermeintlich 'Unislamisches' ablehne.

Lesen Sie den "Fokus Menschenrechte" auf freiheit.org".

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