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Unwürdige Tiertransporte stoppen

SchweineDie FDP will unwürdige Tiertransporte stoppen
02.02.2018 - 16:26

Millionen Tiere werden jedes Jahr durch ganz Europa transportiert - besonders im Sommer und an den Außengrenzen Europas kommt es dabei zu unwürdigen Zuständen. Das will die FDP ändern. Die FDP-Abgeordneten im Bundestag fordern eine Überarbeitung der Regelungen zum Tiertransport auf EU-Ebene. Ihrer Ansicht nach werden Nutztiere unter unwürdigen Bedingungen von Schiffen und LKW geladen sowie unter Zufügung unnötigen Leids geschlachtet. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Busen unterstreicht in seiner Jungfernrede im Deutschen Bundestag: "Wenn Tiere unnötig leiden müssen, sind gegen diese Transporte Maßnahmen zu ergreifen – bis hin zur Versagung von Transportgenehmigungen."

Zugleich erteilt er aber der Forderung der Grünen nach einem generellen Tiertransportverbot eine Absage: "Tiertransporte sind selbstverständlich auch in der Zukunft allein schon aus Gründen der Zucht und der Spezialisierung der Betriebe unerlässlich. Die grünen Forderungen nach einem generellen Tiertransportverbot oder starren Vorgaben sind weltfremd und praxisuntauglich."

In ihrem Antrag fordert die FDP-Bundestagfraktion die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass die Regelungen der EU-Verordnung zum Tiertransportrecht mindestens bis zum endgültigen Beförderungsort eingehalten werden. Vor allem dann, wenn sich dieser außerhalb der EU befindet. Transporte lebender Tiere zu Zielen außerhalb der EU, die nicht die EU-Mindeststandards des Tierschutzes einhalten, müssten verhindert werden, heißt es in dem Antrag, der am Donnerstag in erster Lesung beraten wurde. Auf EU-Ebene müsse die Regierung darauf hinwirken, dass Kontrollen stattfinden. Notfalls müsse durchgesetzt werden, dass die Tiere transportfähig sind. (ph)

Kommentare (10)

Sigrid Frank
30.01.2018 - 18:29
Sehr geehrter Herr Busen, gut, dass die FDP endlich mal anfängt an das Tierwohl zu denken. Aber , das ist längst nicht genug. Wenn es noch Transporte geben soll, dann nur noch sehr kurze( Nicht länger als 1 Std.). Es gibt genügend Möglichkeiten, gekühltes, frisches Fleisch zum Endverbraucher zu bringen. Es darf keine Massenindustrietierhaltungen mehr geben! Wir dürfen diese gierigen, absolut nicht mitfühlenden Massentierzüchter nicht mehr finanziell unterstützen......Wieder hin zu kleinen Bauern, hin zur artgerechten Haltung, Fleischerzeugnisse und Milchprodukte werden dadurch teurer, aber das ist zum Wohle der Menschheit und der Tiere das Beste. Es muss noch viel, viel mehr getan werden in punkto Tierschutz.....Tiere sind fühlende Wesen, die wie wir Freud und Leid, sowie Schmerzen empfinden. Deswegen gebührt unser besonderer Schutz den Tieren, wie auch alten Menschen und Kindern, die sich nicht wehren können. Ich wünsche mir eine sehr schnelle Umsetzung neuer Gesetze......
Martin Reisener
30.01.2018 - 12:15
Ich muss zugeben, dass ich mit dieser Mitteilung nicht so schnell gerechnet hätte. Nur als Hr. Lindner in seiner Rede vom 6.1.18 (Herzlichen Glückwunsch nachträglich :-) ) sagte, dass die FDP dem Thema Tierschutz durchaus gewogen sei, erkeimte die Hoffnung in mir, dass (zwar aus der Opposition heraus: ja), nur dass dieses Thema nun in den Hinterköpfen der Abgeordneten stärker würde vorhanden sein. Nicht nur, dass damit auch viele Deutsche dadurch die FDP für sympathischer empfinden könnten, sondern es zeigt ebenso, dass diese Partei wirklich vorhat, das "gesamte Deutschland" in den Fokus von Verbesserungsvorschlägen zu nehmen, und nicht nur dem Klischee einer "Reicheren Steuerpartei" genügen möchte. Sehr geehrter Herr Busen, Sie merke ich mir mal. Danke!
Wendt, Roswita
26.01.2018 - 20:51
Endlich etwas zum Tierschutz. wir überlassen sonst immer den Grünen das Sachgebiet. Über chanch. org.de gibt es viele Petitionen, wo die FDP unterstützen kann, und dabei eine breite Öffentlichkeit erreicht. Wir müssen hörbar werden. Auch bei anderen Inhalten wie Klima und anderen Themen. Dabei wäre es sinnvoll sich in bestehende Netzwerke einzubringen, das erzeugt Glaubhaftigkeit und erreicht ein breiteres Publikum Partei übergreifend als bisher.
Friedrich Weinert
24.01.2018 - 18:59
Sehr gut Herr Busen, dass Sie sich im Namen der FDP für Abschaffung diese unwürdigen, tierquälerischen Transporte von Tieren z. T. unter entsetzlichen Bedingungen einsetzen. Das ist ein wirklich gutes Thema und passt zu uns als Liberale. Ich sage immer: Tiere sind auch "Menschen", zumindest empfinden sie wie wir. Man muss keine Tiere lebend transportieren, da gibt es genügend Möglichkeiten ordnungsgemäß geschlachtete Tiere gekühlt zu transportieren. Friedrich Weinert, Esslingen
Stefan
23.01.2018 - 21:03
Die Zeit zu begrenzen macht wenig sinn. Wenn es soweit kommt, werden halt zb. alle 5 Stunden zwischen geparkt. Unternehmen stellen dann auf Wechselbrücken LKW's um oder schaffen Zwischenlager. Ich als Landwirtssohn der aber nicht mehr auf den Hof lebt, habe genau so wie meine Eltern und deren Berufskolegen die Transporte nie verstanden. Unser Bullen aus dem Münsterland werden nach Bayern zum Schlachten gebracht, im gegenzug werden deren Bullen nach Niedersachsen gebracht. Das Hauptproblem sind die Schlachthöfe. Die bestimmen wo und wie es geht. Was ein Irrsinn. Tiertransporte über zB 200km sollten verboten werden. Das sollte aber für alle Tiere gelten. Egal ob Schwein und Kuh oder Pferd und Hund.

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