FDPArbeit und Digitalisierung

Weiterbildung in der Arbeitswelt 4.0 entschlossener angehen

Arbeiten 4.0: Die Berufsbilder werden digitalerArbeiten 4.0: Die Berufsbilder werden digitaler
28.11.2017 - 16:33

Neue Technologien, ganze Berufe im Wandel: Eine aktuelle Studie zeigt, dass dem digitalen Wandel in der Arbeitswelt mit Weiterbildung begegnet werden muss. Arbeitnehmer müssen neue Kenntnisse erwerben, um die Digitalisierung auch beruflich als das zu nutzen, was sie ist: Eine Chance. FDP-Generalsekretärin Nicola Beer fordert mehr Unterstützung für Weiterbildungsmaßnahmen im Zuge der Digitalisierung. "Weiterbildung muss zentrales Thema der Bildungsrepublik Deutschland werden", fordert sie. Auch müsse es darum gehen, "in der Gesellschaft das Bewusstsein für lebenslanges Lernen zu schärfen – und die enormen Chancen aufzuzeigen, die dies bietet".

Die Arbeit werde sich durch die Digitalisierung wandeln, aber sie werde nicht weniger werden, betont Beer. So würden sich die Berufsbilder zwar verändern, zugleich entstünden auch neue Arbeitsplätze. "Deshalb müssen wir als Gesellschaft den digitalen Wandel jetzt durch gute Rahmenbedingungen und Weiterbildung begleiten", erläutert Beer. Lebenslanges Lernen müsse gelebte Realität werden: "So können Aufstiegschancen für alle verbessert und das Risiko von Arbeitslosigkeit vermieden werden. Dadurch wird zudem die Innovationskraft Deutschlands gesichert."

Immer mehr Betriebe unterstützten auch die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, aber für zwei Drittel der Beschäftigten bleibe hier noch viel zu tun, konstatiert Beer. Deshalb müsse auch die Arbeitsmarktpolitik die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten stärker unterstützen. "Lebensarbeitszeitkonten müssen unbürokratischer werden und stärkere Verbreitung finden", schlägt Beer vor. Um alle Bürger unabhängig von ihrer Beschäftigung fortlaufend bei Investitionen in die eigene Weiterbildung zu unterstützen, müsse darüber hinaus ähnlich dem Bausparen ein einfaches und unbürokratisches Modell für Bildungssparen steuerlich gefördert werden.

Hintergrund

In ihrer Studie unter dem Titel "Schöne neue Arbeitswelt 4.0? Was wir tun müssen, damit uns die Arbeit nicht ausgeht" prognostiziert die Boston Consulting Group, dass der digitale Wandel in Deutschland bis 2025 Auswirkungen auf fast acht Millionen Arbeitsplätze haben werde. Dies bedeute aber nicht, dass diese Jobs verschwinden würden, vielmehr rechnen die Experten mit Veränderungen bei den Berufsbildern und den damit verbundenen Tätigkeiten. Sicher sei, "dass ein großer Teil der Beschäftigten neue Kompetenzen benötigen wird, um im Arbeitsmarkt der Zukunft gefragt zu sein", sagt Heinrich Rentmeister, Partner bei Boston Consulting in Berlin.

Kommentare (2)

Walter Thomann
28.11.2017 - 19:40
Das ist zu einfach: Weiterbildung und das hilft. Wie lange soll sich der Mensch weiterbilden, lebenslang? Wir wissen soch auch, dass es eine Altergrenze gibt ... "Weiterbildung" scheint mir ein Begriff des 20. Jahrhunderts zu sein. Im 21. Jahrhundert brauchen wir Mut zum Wechsel im Tätigkeitsfeld, wenn sich neue Chancen ergeben oder alte Bestände wegbrechen. Jede/r kann sich mit ihren/seinen Kompetenzen in ein neues Anforderungsfeld einarbeiten. Der Begriff "Weiterbildung" hat "neu Anfangen" im Gepäck; und davor haben Menschen mit zunehmendem Alter Angst. Wenn wir es aber schaffen, Wechsel und einen möglichen Anschluss an die vorhandene Kompetenz in den Köpfen zu verankern, dann haben wir ein Zukunftsgen in unserer Gesellschaft verankert ...
Herbert Hanselmann
28.11.2017 - 19:32
Woher weiß Frau Beer das mit den 2/3? Wie will sie sichern, dass nur sinnvolle, also arbeitsmarktpositive und zur Person passende Weiterbildung gesponsert wird? Für eine Partei, welche Eigenverantwortung hochhalten will, ist das eine seltsame Idee. Lebenslanges Lernen muss auch nicht neu erfunden werden. Das findet, schon im Unternehmensinteresse doch laufend statt, durch neue Aufgaben, neue Maschinen, neue Technologien.

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