FDP25 Jahre Deutsche Einheit

Aus der Hoffnung wurde Realität

Hans-Dietrich GenscherHans-Dietrich Genscher: Architekt der Deutschen Einheit
02.10.2015 - 11:14

Am 3. Oktober 1990 wurde Deutschland mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wieder zu einem Land. Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher blickt im Interview mit der "Passauer Neuen Presse" mit großer Dankbarkeit auf die deutsche Wiedervereinigung vor 25 Jahren zurück. Er hob hervor: "Der Mut und der Freiheitswille der Menschen im Osten unseres Landes waren entscheidend." Der FDP-Ehrenvorsitzende warnte vor der Gefahr einer neuen Konfrontation zwischen West und Ost. Diese Gefahr sei jedoch "mit Verantwortung zu bannen".

Am 3. Oktober 1990 sei sein persönlicher Lebenstraum in Erfüllung gegangen: "Deutschland vereint, friedlich, demokratisch." Aus diesem Traum sei ein Ziel geworden und dann die Realität. "Wenn mich vorher jemand fragte, glauben Sie wirklich, dass es zur Vereinigung kommt, dann habe ich immer gesagt, wenn der liebe Gott mir eine normale Lebenserwartung schenkt, werde ich es sogar erleben. Aus dieser Hoffnung wurde auch noch Realität. Das war es, was mich mit so großer Dankbarkeit erfüllte."

Wir brauchen einen neuen Anfang zwischen West und Ost.

Im Interview erinnert sich der langjährige Außenminister an den langen Weg zur Wiedervereinigung: "Ich war immer der Meinung, dass der Weg zur Einheit ein langer und ein schwieriger sein würde. Nicht nur die Gestaltung der Vertragsverhandlungen am Schluss. Da waren wichtige Entscheidungen zu treffen." Er zählt auf:  "Westintegration, Ostverträge, KSZE, Abrüstung, Vertrauensbildung und immer wieder neue Widerstände auch im eigenen Lande." Er war dennoch überzeugt: "Am Ende würden die Völker Europas sich für Einheit und Freiheit entscheiden."

Mit Blick auf die Flüchtlingskrise in Europa mahnte er: "Jeder muss sich bewusst sein: Wir brauchen einen neuen Anfang zwischen West und Ost. Und was die Flüchtlingsfrage angeht, was die Flucht aus dem Nahen und Mittleren Osten bedeutet, fordert eine gemeinsame Friedensinitiative von West und Ost in Europa. Wenn wir dann sagen können "wir" und meinen Russland genauso wie uns, mit dem Bemühen, Frieden in Syrien zu schaffen, dann sind wir auf dem richtigen Wege. "

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