FDPAbgasskandal

Autobauer müssen Aufklärungsarbeit leisten

Die FDP fordert eine schonungslose Aufklärung der AbgasaffäreDie FDP fordert eine schonungslose Aufklärung der Abgasaffäre

Die deutsche Autobranche wird von Pannen und Skandalen überschattet. FDP-Generalsekretärin Nicola Beer fordert, die gründliche Aufklärung der Abgasaffäre nicht länger zu verschleppen. "Die Automobilindustrie muss endlich komplett auspacken", verlangt sie. FDP-Chef Christian Lindner bekräftigt, auch die Vorwürfe wegen angeblicher Kartellbildung müssten nüchtern aufgeklärt werden. Nachgewiesene illegale Praktiken müssten ausgeräumt werden. "Der Vertrauensverlust im In- und Ausland schadet sonst Industrie und Arbeitsplätzen in Deutschland", mahnt Beer.

Die Autobauer seien gefordert, beim anstehenden Diesel-Gipfel feste Zusagen zur Reduzierung der Emissionen zu geben, erläutert Lindner. Von der Regierung erwarte er darüber hinaus einen Plan, wie der öffentliche Verkehr schnellstmöglich emissionsfrei erfolgen könne. Fahrverbote in Innenstädten müssten hingegen vom Tisch: "Sie kämen einer Enteignung gleich."

Fahrverbote sind der falsche Weg

Auch Hans-Ulrich Rülke, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, übte scharfe Kritik an den Forderungen nach Fahrverboten für Diesel-Autos. Mit Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) habe der Ministerpräsident den Bock zum Gärtner gemacht, sagte Rülke der Heilbronner Stimme. "Das ist so, als ob man die Fleischindustrie von einem veganen Anwalt vertreten lässt", bemängelte er. Hermann habe heimlich auf Fahrverbote hingearbeitet: "Er ist einfach der falsche Mann, der mit dieser wichtigen Aufgabe betraut worden ist."

Verbrennungsmotoren würden auch in Zukunft einen beachtlichen, aber sicher kleiner werdenden Marktanteil haben, betonte Rülke. "Ich halte nichts davon, Ausstiegstermine zu verordnen. Wenn nun gefordert wird, ab 2030 komplett auf elektrisch umsteigen zu müssen, dann kann ich nur sagen: Das bremst die Technologieoffenheit, die wir brauchen", warnte er. "Wir wissen beispielsweise noch nicht, welche Fortschritte wir bei der Brennstoffzelle sehen werden." Notwendig sei eine Mischung aus unterschiedlichen Antrieben: "Wenn es um technologische Veränderungsprozesse geht, setze ich auf Anreize und nicht auf Verbote."

Kommentare (1)

Wulf Peter Horstmann
29.07.2017 - 08:51
alles schön und gut, künftig sollen nur noch politische Funktionäre und Parteibonzen Auto fahren. Der Ministerpräsident von Niedersachsen sitzt im Aufsichtsrat von VW, hat der eine Konsequenz gezogen? Das ist alles eine Schmierenkomödie. Die Industrie und Politik kuscheln um Subventionen und Posten für abgehalfterte Politiker. Die Grenzwerte sind nach dem Stand der Technik derzeit in ihrer Gesamtheit nicht einzuhalten ( siehe Bretschneriderformel, die diesen Zusammenhang nachweist). Das E Auto ist, solange der Strom nicht aus regenerativen Energien erzeugt wird, wovon wir noch Jahrzehnte entfernt sind auch wegen fehlender Speichermöglichkeiten auf Grund der Topographie unseres Landes, im Wirkungsgrad der totale Schildbürgerstreich. Wenn man mit Heizöl Strom erzeugt, verheizt man in der gesamten Entstehungskette etwa 3 Liter Heizöl im Kraftwerk um so weit zu fahren wie mit einem Liter Diesel.

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