FDPEU-Politik

Berlin setzt Euro-Stabilisierung aufs Spiel

Christian LindnerFDP-Chef Christian Lindner fordert die Fortsetzung der Reformpolitik in Athen.
06.01.2015

Die Bundesregierung spielt mit der Idee eines Euro-Austritts für Griechenland. FDP-Chef Christian Lindner sieht die Gefahr, dass dieser Schritt "regelrecht herbeigeredet" werde. Die Fortschritte in der gesamten Währungszone würden damit leichtfertig aufs Spiel gesetzt, kritisierte er gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Liberale führte aus, dass der sogenannte "Grexit" zwar verkraftbar sei, allerdings keinesfalls wünschenswert.

Denn: Die politischen und ökonomischen Risiken könnten in der heutigen Lage besser abgeschätzt werden als noch in den Jahren 2010 oder 2012. Diese Tatsache sei auch ein "später Erfolg" der Stabilitätspolitik der vorherigen Bundesregierung von Union und FDP, hob Lindner hervor. Der Liberale stellte auch klar, dass die verbesserte Stabilität der Eurozone "eine Ohrfeige" für AfD-Chef Bernd Lucke und seine eurokritische Partei sei. "Die heimlich herbeigesehnten Untergangsfantasien von Lucke sind längst von der Realität überholt", unterstrich Lindner.

Im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" verdeutlichte der FDP-Chef, dass die griechische Politik "kein Erpressungspotenzial" mehr gegenüber Europa habe. "Mit Reformverweigerung und einem Austritt aus dem Euro-Zone würde sich Griechenland nur noch selbst schaden", erklärte er. Entsprechend konsequent sollte die Troika auftreten. "Die Fortsetzung der Reformpolitik in Athen wäre auch für Deutschland besser", sagte Lindner.

Hintergrund

Im Vorfeld der anstehenden Parlamentswahl in Griechenland diskutiert Europa über mögliche Austrittszenarien im Fall eines Wahlsiegs der Protestpartei Syriza, die mit dem Vorhaben, den bisherigen Sparkurs der griechischen Regierung aufzugeben, auf Stimmenfang gegangen ist. Finanzexperten und Politiker warnen vor den Folgen für die Eurozone – betrachten das Szenario aber größtenteils gelassener als vor einigen Jahren.

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