StiftungRassismus in den USA

Dunkle Vergangenheit der USA wurde ungenügend aufgearbeitet

Bürgerrechtsaktivisten sprechen über die Ereignisse in Charlottesville. Bild: Anthony Ricci / Shutterstock.comBürgerrechtsaktivisten sprechen über die Ereignisse in Charlottesville. Bild: Anthony Ricci / Shutterstock.com
25.08.2017 - 16:45

Die hasserfüllten und gewalttätigen Proteste eines rechten Bündnisses in der US-Stadt Charlottesville haben gezeigt, dass in den USA ein Kulturkampf tobt, der längst überwunden geglaubte Ressentiments zu Tage fördert. Auseinandersetzungen um rechte Symbolik, Rassismus und die Rolle des Staates finden überall im Land statt. Iris Froeba und Markus Kaiser, Transatlantik-Experten der Stiftung für die Freiheit, nehmen den Rassismus und den Glauben an die weiße Vorherrschaft im tiefen Süden der Vereinigten Staaten unter die Lupe.

Die jüngst in Charlottesville offenbarte Symbiose zwischen Neokonföderierten, Neonazis und der sogenannten "Alt-Right"-Bewegung verschärfe den lange währenden Kulturkampf um konföderierte Symbole in den USA, erklären die Stiftungsexperten: "So wehte bei den Protesten gegen den Abriss des Reiterstandbildes von General Robert E. Lee in Charlottesville die Flagge der Konföderierten Seite an Seite mit Nazifahnen." Der Verweis auf "Southern Pride", Denkmalschutz und dem Erhalt kulturellen Erbes wirke unter diesen Voraussetzungen konstruiert, verdeutlichen Froeba und Kaiser mit Blick auf die dunkle Geschichte der Versklavung und Diskriminierung von Afroamerikanern.

Gerade "Alt-Right"-Anhänger hätten die Proteste als Plattform genutzt, um ihre Hassbotschaften prominent zu platzieren. "Seit der Wahl Donald Trumps fühlt sich die Bewegung ideologisch im Aufwind", berichten die Stiftungsexperten. "Vorfälle wie in Charlottesville, Birmingham und anderen Orten führen der amerikanischen Gesellschaft vor Augen, dass das Aufkeimen reaktionären Gedankenguts weit mehr ist als ein temporäres Internetphänomen." Es gehe um ein nur ungenügend aufgearbeitetes Kapitel amerikanischer Geschichte, "dessen Verklärung weit mehr Amerikaner anhängen, als sich die aufgeklärten Eliten eingestehen wollten", konstatieren sie.

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