FDPEnergiepolitik

EEG-Umlage abschaffen und Stromsteuer senken

Hermann Otto SolmsHermann Otto Solms fordert eine spürbare Entlastung der Verbraucher
16.10.2017 - 14:54

Die Stromnetzbetreiber haben eine leichte Senkung der EEG-Umlage für 2018 angekündigt. Die Verbraucher würden diese aber kaum spüren, konstatiert FDP-Präsidiumsmitglied Hermann Otto Solms. "Auf das Jahr gerechnet macht es nur wenige Euro Entlastung pro Haushalt aus", erklärt er. Die Freien Demokraten wollen hingegen die Preisentwicklung spürbar angehen und haben hierfür konkrete Vorschläge.

Der geringe Rückgang liege vor allem an den steigenden Netzentgelten zum Ausbau der Stromtrassen, erläutert Solms. "Hier muss dringend umgesteuert werden", fordert er. Priorität müssten der Netzausbau und das Schließen von Lücken im Stromnetz haben. "Gleichzeitig müssen wir mehr Geld in die Entwicklung von Speichermöglichkeiten investieren, auch für Großspeicher im industriellen Maßstab", fügt Solms hinzu. Er kritisiert, dass die Bundesregierung beides verschlafen habe.

Der Strompreis in Deutschland sei letztendlich höher als in den meisten europäischen Ländern, so Solms weiter. "Vor allem, weil rund 55 Prozent des Strompreises eines Privathaushalts auf Umlagen und Steuern entfallen", konstatiert er. "Um die Verbraucher spürbar zu entlasten, wollen wir Freien Demokraten die EEG-Umlage für neue Anlagen abschaffen und die Stromsteuer auf ein europäisches Mindestmaß absenken." Nur auf diese Weise ließen sich die Stromkosten für die Verbraucher auf Dauer senken, führt er aus.

Kommentare (9)

Dr. U. Witzens
26.10.2017 - 11:53
In meinen Augen hat die FDP von allen Parteien das beste, weil realistischste Konzept in der Energiepolitik. In der Tat hat Deutschland neben Dänemark den höchsten Strompreis in Europa - was insbesondere der kleine Stromverbraucher, der kleine Handwerksbetrieb und mittelständische Firmen mit ihrer Stromrechnung ausbaden müssen. Das EEG in seiner jetzigen Form ist eine Fehlkonstruktion, weil es die Subventionskosten per Umlage auf die Stromkonsumenten umlegt, die einen weit überhöhten Strompreis bezahlen müssen. Deshalb sollte die Förderung der Erneuerbaren aus dem großen Steuertopf bezahlt werden, in dem auch diejeinigen mit den starken Schultern einzahlen, anstatt diese superteure Projekt Otto Normalverbraucher und Kleinbetrieben aufzubürden. Jährlich fließen 25 Milliarden Euro Einspeisevergütung in die Taschen der Investoren, während ca. 340.000 Stromkunden jährlich der Strom abgeschaltet wird, weil sie ihre Stromrechnung nicht bezahlen können.
Klaus Samer
23.10.2017 - 12:27
Sehr geehrter Herr Solms, die Debatte über erneubare Energien ist mir sowohl von Seiten der Grünen als auch von Seiten der F.D.P. viel zu ideologisch aufgeladen. Hier wäre mir ein weniger verstellter Blick und eine pragmatischere Herangehensweise deutlich lieber. Sich hier vor den Karren der Verspargelung der Landschaft Fraktion spannen zu lassen ist da wenig hilfreich. Das gilt im Übrigen auch ganz besonders für Themen wie alternative Antriebe, ist gibt auch in NRW Kleingewerbetreibende z.B. ein Bäcker aus der Nähe von Leverkusen der seinen Betrieb komplett auf E-Autos umgestellt hat und mit Solarpanels auf dem Dach Kunden kostenlos Strom tanken lässt. Statt also der Autoindustrie die beim Diesel schlicht betrogen hat den Steigbügel zu halten und Krokodilstränen über den Industriestandort zu weinen sollte man sich mehr der energetischen Zukunft zuwenden und hierzu mal Veranstaltungen mit Menschen machen die das heute schon leben auch die wählen F.D.P. .
Rehse, Christian
19.10.2017 - 11:17
Lieber Herr Solms, wenn man an die Überarbeitung der EEG-Umlage geht, dann bitte vor allem die Steuer und Umlagen des Staates (Strom- Mwst. usw.) kritisch überprüfen, die alle Stromverbraucher ungerecht doppelt belasten. Als Mitbetreiber einer bäuerlichen dezentralen Biogasanlage habe ich mich auf die Zusicherungen der Politik bei den Investitionen von ca. 2,7 Mio. € verlassen. Schon heute ist durch die laufenden Änderungen der EEG´s die erforderliche Marge zur Finanzierung und Investitionen kaum noch zu erwirtschaften!! Es sind nicht die "erneuerbaren Energien" sondern die Strickart des EEG und dessen völlig Laienhaften Änderungen durch die Politik. Biogas ist teuerer zu produzieren als Strom aus Wind / Sonne. Aber es ist eine sichere Grundlast bei jedem Wetter und 100 % sauber als aus Kohlekraftwerken. Für mich als über 40jähriges Mitglied der FDP steht unter anderem auch die Glaubwürdigkeit / Verlässlichkeit politscher Zusagen an Investoren in Frage!
Detlef Hanf
18.10.2017 - 12:55
Liebe FDP Spitze laßt euch um Himmelswillen bei euren Verhandlungen nicht über den Tisch ziehen, vor allem nicht von den Grünen und die CDU ist mit Vorsicht zu genießen. Stellt den verfluchten unrentabelen Windradbau ein der bis jetzt nichts als Umweltschäden gebracht hat. Sollte die FDP wiederum nicht stark und standhaft sein ist es um deren Zukunft schlecht bestellt.
Gerd Nothhaft
17.10.2017 - 22:56
Ich halte diese Sicht auf den Energiewandel für falsch! Fakt ist doch, dass die Öl- und Gasvorräte irgendwann zu Ende gehen und bereits vorher für Verkehr und Heizung zu teuer werden. Bis dahin muss sich die deutsche Industrie in allen Sektoren auf diesen Punkt vorbereitet haben und das geht nicht in 10, 20 Jahren. Es sind nicht die "erneuerbaren Energien" sondern die Strickart des EEG und dessen völlig Laienhaften Änderungen - u.a. auch durch unseren Einfluss! Bevor ich über Netzausbau nachdenke ist doch der Ausbau lokal von Photovoltaik und Thermosolar, Wärmepumpen und WKA's zu prüfen. Vielleicht braucht es dann gar keinen Netzausbau. Aber das verhindern die Lobbyisten erfolgreich. von den o.a. Maßnahmen würde massiv unser Klientel, die mittelst. Wirtschaft profitieren und nicht Ölmultis, etc. WKA's dürfen nur dann Vergütungen erhalten, wenn sie auch Strom oder z.B. H2 oder andere Gase produzieren. Das EEG muss von Grund auf reformiert werden, ohne das Ziel Energiewende zu verwässern
Social Media Button