FDPEuropawahl 2019

Für ein neues Europa in liberaler Tradition

Nicola Beer. Bild: Laurence ChaperonNicola Beer soll die FDP in die Europawahl führen.

Der Bundesvorstand der Freien Demokraten hat FDP-Generalsekretärin Nicola Beer als Kandidatin für die Spitzenkandidatur zur Europawahl 2019 nominiert. Der Vorschlag ist im Bundesvorstand einstimmig getroffen und mit Begeisterung aufgenommen worden. Mit "Europa im Herzen und gleichzeitig vernünftigen Vorschlägen" will Nicola Beer als Kandidatin für die Freien Demokraten antreten. "Wir setzen mit Nicola Beer das Signal, dass wir dem Europäischen Einigungsprojekt Priorität einräumen, weil mit ihr ein Mitglied der engeren Parteiführung für diese wichtige Wahl antritt. Und wir zeigen, dass wir diese Wahl als Chance sehen, mehr Einfluss zu gewinnen", betont auch FDP-Parteichef Christian Lindner. Für die Generalsekretärin und ehemalige hessische Staatssekretärin für Europaangelegenheiten ist die Kandidatur eine Herzensangelegenheit.

Die Kandidatur Beers symbolisiert für den FDP-Vorstand, dass die Europawahl eine wichtige Wahl ist und weit über das tagesaktuelle Geschehen hinausgeht. Denn für die Freien Demokraten geht „ein politisches Schwergewicht nach Brüssel“, erklärt Christian Lindner. Nicola Beer ist durch das Thema Europa zu der Partei gekommen und will nun um die Erneuerung des Kontinents kämpfen. Für sie heißt dies, „genau hinzuhören, Bedenken und Kritik am Status Quo aufzunehmen und einzubinden“. Die Freien Demokraten wollen den „Mehrwert Europas in den Mitgliedstaaten wieder erfahrbar machen“, erklärt Beer. Denn aus den Unterschiedlichkeiten der verschiedenen Mitgliedstaaten könne ein enormes Potential erwachsen.

Erneuerung, bedeutet für Nicola Beer auch, die europäische Union auf den Prüfstand zu stellen und zu hinterfragen, an welchen Stellen „wir mehr Europa brauchen und an welchen Stellen gegebenenfalls weniger“. Denn zurzeit schauen große Teile der Bevölkerung in der EU mit Skepsis, teilweise mit Ablehnung auf die aktuelle Struktur der Institutionen. Beer steht dafür, Europa „mit Zuversicht und Optimismus besser zu machen, voranzubringen und zu erneuern“. Bei aller Erneuerung vergessen die Freien Demokraten jedoch nicht Ihre Wurzeln. „Wir stehen in der europäischen Tradition Hans-Dietrich Genschers“, erklärt die FDP-Generalsekretärin. Im europäischem Erneuerungsprozess stecke das Ziel, wieder mehr miteinander zu reden und Verständnis sowie Zusammenhalt zu schaffen.

Auch in der Europawahl steht das Kernthema der Freien Demokraten und das Herzensthema Nicola Beers im Vordergrund: Bildung. „Denn der europäische Kontinent kann stärker zusammenwachsen und auch zusammenbleiben, wenn sich die Menschen kennen, sich austauschen und sich in Bildungsprozessen begegnen“, betont Nicola Beer. Sie habe das Europafieber gepackt, als sie zum ersten Mal nach Nantes zu ihrer französischen Freundin Agnes gekommen sei. Durch die Möglichkeit dieses Schüleraustauschs, das Knüpfen von internationalen Freundschaften und der Absolvierung eines bilingualen Abiturs hat sie erfahren, wie „bereichernd dieser soziale Austausch für das eigene Denken ist“.

Die nominierte FDP-Generalsekretärin ist sich sicher, "dass die europäische Frage am 26. Mai eine Schicksalsfrage für die europäische Union sein wird". Denn sie entscheide über die innere Verfasstheit und die Zukunft Europas und dementsprechend über die Zukunft Deutschlands.

Von 2009 bis 2012 war Nicola Beer in Hessen Staatssekretärin für Europaangelegenheiten im Justizministerium und wurde danach Kultusministerin. Seit 2013 ist sie Generalsekretärin der Freien Demokraten.

Kommentare (1)

Borgstedt (Mitglieds-Nr. 1000092193)
27.09.2018 - 12:15
Kann Nicola Beer ihre und die Anliegen der FDP nicht doch etwas konkreter formulieren? Wie stellt man sich bei der FDP denn die Erneuerung der EU genau vor? Meines Erachtens ist es unausweichlich, das Subsidiaritäts - Prinzip deutlich in den Vordergrund zu stellen, anders wird eine breite Akzeptanz in den Bevölkerung der Mitgliedsländer kaum zu erreichen sein. Militärische Zusammenarbeit, Schutz der Aussengrenzen, Harmonisierung der Steuergesetzgebung, Aussenvertretung und Klärung der Migratiosprobleme sind hier die Eckpunkte. Mich persönlich stört auch noch das Bürokratiemonster in Brüssel und Straßbuurg mit einem unglaublich großen Apparat und den zugehörigen Kosten.
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