FDP, FraktionenFahrverbote für Dieselautos

Grüner Verkehrsminister spaltet die Gesellschaft

StauPendler, Geringverdiener, Handwerker, Zulieferbetriebe, der Familienvater stehen im Stau
29.03.2018 - 11:48

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann hat im Interview mit der Heilbronner Stimme die Autobranche hart attackiert und ihr fehlenden Willen bei der Nachrüstung alter Fahrzeuge unterstellt. Jetzt steht der Grünen-Politiker selbst im Kreuzfeuer der Kritik. FDP-Generalsekretärin Judith Skudelny zeigte sich entsetzt über die Aussage Hermanns, der in dem Interview von "arroganten Autofahrern" sprach, die sich als Melkkühe sehen würden: "Mit seinen verbalen Auslassungen spaltet der grüne Verkehrsminister die Gesellschaft und lenkt von eigenem Politikversagen ab."

"Er verkennt auf grob fahrlässige Art und Weise, dass die meisten Menschen nicht aus Spaß mit dem Auto zur Arbeit fahren. Vielmehr lässt sich für viele nur so der Arbeitsplatz erreichen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf herstellen", so die Generalsekretärin. Auch für die Äußerung des Verkehrsministers, dass andere Verkehrsteilnehmer wie Fahrradfahrer keine Lobby hätten, hat sie nur Spott übrig: Das sei an Aberwitz nicht zu überbieten. "Er selbst und seine Landesregierung sind die größten einseitigen Lobbyisten", so Skudelny. Sie mahnt: "Ein Verkehrsminister ist für alle Verkehrsteilnehmer zuständig und sollte das dementsprechend auch in seiner Wortwahl berücksichtigen. Mit seinen Aussagen beleidigt Hermann Pendler, Geringverdiener, Familien mit Kindern und den Mittelstand – der maßgeblich auf das Auto angewiesen ist."

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP  Jochen Haußmann, hält fest: "Verkehrsminister Hermann kann sich angesichts der von ihm schon seit jeher beabsichtigten Fahrverbote die grünen Krokodilstränen sparen." Für ihn ist, dass Hermann "überhaupt keinen Wert darauf zu legen scheint, dass ausländische Hersteller endlich ihre Verweigerungshaltung überwinden und sich finanziell am Bundesfonds beteiligen sollen oder Updates zur Verringerung des Schadstoffausstoßes ihrer Wagenflotte in Betracht ziehen müssen."

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