FDPBundespräsidentenwahl

Peinliches Gezerre um das höchste Staatsamt beenden

Christian LindnerChristian Lindner findet das Gezerre um das höchste Staatsamt peinlich
07.11.2016

Die Kandidaten-Kür für die Wahl des Bundespräsidenten geht in die nächste Runde. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die drei Parteivorsitzenden Seehofer, Gabriel und Merkel auf einen gemeinsamen Kandidaten als Nachfolger von Joachim Gauck einigen können, schwinden:  Deren Beratungen verliefen am Sonntagabend ergebnislos. "Die Suche nach einem Konsenskandidaten entwickelt sich zu einer Peinlichkeit", moniert FDP-Chef Christian Lindner. Er fordert Union und SPD bei der Kür des künftigen Bundespräsidenten auf, mit offenem Visier zu kämpfen.

"Beide sollten endlich jeweils eine überzeugende Persönlichkeit benennen und sich einem fairen Wettbewerb stellen. Die Wahl des Bundespräsidenten muss vom koalitionstaktischen Klein-Klein befreit werden", kanzelt er Union und SPD für das "nur noch peinliche Gezerre" ab.

Fairer Wettbewerb zwischen zwei Persönlichkeiten

Die große Koalition sollte Deutschland von diesem unwürdigen Ringen erlösen, so Lindner, der gegenüber der Nachrichtenagentur dpa versprach: "Die Freien Demokraten würden ohne koalitionspolitische Erwägung die aus unserer Sicht passende Kandidatur unterstützen."

Auch gegegnüber "Berlin direkt" kritisierte der FDP-Vorsitzende das Vorgehen der Koalitionsparteien": Mich stört, dass die Frage, wer das höchste Staatsamt in Deutschland besetzt, zu einem Gegenstand der Parteitaktik geworden ist."

Kommentare (1)

Hoffnungsträger
09.11.2016 - 17:54
Kritik findet bei deutschen Medien und Wählern nur wenig Aufmerksamkeit, schon gar nicht, wenn sie politisch korrekt und zurückhaltend ausgedrückt wird. Der Underdog, und das sind wir in der politischen Scene gewiß bis zur 2017er Wahl, der underdog wird nur gehört, wenn er auch mal beißt und dabei die richtige Wade trifft. Heißt für die Bundespräsidentenwahl - ein eigener FDP-Vorschlag sollte her, mit hinreichend medialem Potential - ANGELA FOR PRESIDENT! Ein Lindner oder Kubicki könnten das bei angemessener Vorbereitung gewiß bestens hinbekommen, unschuldig-grenzwertig und mit gutgemeinter Arroganz, doch gewiß ohne jeden Anflug von Peinlichkeit oder gar bösem Willen. Nach zwei vollen Perioden Kanzlerschaft und kurz vor dem Friedensnobelpreis wäre es die verdiente Erhöhung ihres politischen Wirkens. Nur eine kleine Partei , nicht Mitglied im großen Kanzlerwahlverein und Supporterkreis, kann noch der Stimme des unbedarften Volkes etwas Gehör geben. Auf geht's FDP!
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