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Rentenpläne der Regierung belasten die Mitte

Rentenversicherung. Symbolbild: nitpicker / Shutterstock.comRentenversicherung. Symbolbild: nitpicker / Shutterstock.com
29.08.2018 - 15:43

Die Regierung hat sich auf ein Rentenpaket geeinigt. Dieses sieht vor allem eines vor: Mehrbelastungen für Steuer- und Beitragszahler in der Mitte der Gesellschaft. Insgesamt werden die Mehrkosten für die Neuerungen bis 2025 auf 32 Milliarden Euro geschätzt. "Die Ergebnisse des GroKo-Krisengipfels sind enttäuschend, da die Union ihre Entlastungsversprechen einmal mehr nicht durchgesetzt hat", betont FDP-Präsidiumsmitglied Michael Theurer. Statt neuen Milliardenausgaben fordert die FDP, das Rentensystem an die moderne Arbeitswelt anzupassen und Maßnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung auf die Bekämpfung der Altersarmut zu konzentrieren.

Zwar möchte die Bundesregierung die Arbeitslosenversicherungsbeiträge um 0,5 Prozentpunkte senken, jedoch wurde bekannt, dass sie die Pflegeversicherung auch um 0,5 Prozent erhöhen will. Und bereits kurzfristig wird der Beitragssatz zur Rentenversicherung durch das Paket schneller und stärker steigen müssen. Die Große Koalition ist im Endeffekt mit dem Ziel der Entlastung der Bürger gestartet und bei einer perspektivischen Mehrbelastung angekommen.

Dagegen braucht es jetzt eine Umkehr in der Sozialpolitik: Für eine Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen sowie eine andere Rentenpolitik. Angesichts des demografischen Wandels und der veränderten Arbeitswelt fordern die Freien Demokraten deshalb, den Generationenvertrag neu zu beleben und die Rente enkelfit zu gestalten. Deutschland braucht eine Altersvorsorge nach dem Baukastenprinzip, die gleichermaßen auf gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge setzt. Ein Onlineportal, das für jeden Bürger die verschiedenen Elemente abbildet, soll Transparenz bei den Bezügen und der Aufteilung der einzelnen Rentenanteile liefern. Zudem will die FDP einen flexiblen Renteneintritt realisieren, der die persönliche Erwerbsbiografie berücksichtigt und längeres Arbeiten ermöglicht.

Kommentare (7)

Frank Rauen
06.09.2018 - 14:09
Auch die Aussagen von Herrn Vogel sind eher pauschal und unkonkret. Als Oppositionspartei kann bzw. muss die FDP die Systemfrage nicht nur stellen, sondern auch konkretisieren! Ist unser eher traditionelles und obrigkeitsstattliches Rentensystem, weitgehend bestehend aus beitragsbezogener Zwangssozialrente, einer freiwilligen, d. h. kapitalgedeckter Renten für Selbständige sowie einem Privilegiensystem für Beamte (Stichwort "hoheitlich") überhaupt noch zukunftsträchtig? Sind da nicht Systeme aus unserer Nachbarschaft (Schweiz, Österreich...) angemessener, sogar gerechter? Zustimmen kann ich Herrn Vogel zunächst nur in einem: keine Reform auf Kosten der jüngeren, d. h. der aktuell arbeitenden Generation. Keine Festschreibung eines - unter den heutigen Bedingungen - unfinanzierbaren Sozialrentenniveaus! Herr Vogel sagt nichts zu einer Anpassung der Beamtenpensionen auf ein entsprechendes Niveau der Sozialrenten. Damit hat die FDP als liberale Kraft ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Roland S
05.09.2018 - 18:52
Was mich an der Renten-Diskussion stört, ist die fehlende Einbindung der Beamtenpensionen. Das liegt wohl daran, dass sie nicht aus dem "Rententopf der Arbeiter, Angestellten und Arbeitgeber" sondern aus dem großen, allgemeinen Steuertopf bezahlt werden. Dieser scheint unendlich groß zu sein. Zumindest habe ich noch nie gehört, dass die Beamtenbeiträge zur Pension angehoben werden müssen. Wie auch, diese Abgabe muss von Beamten natürlich gar nicht bezahlt werden. Auch habe ich noch nie etwas von einer Pensionsniveaugrenze von 48% gehört. Gerne hätte ich die Pensionshöhe und Steigerung der letzten Jahre eines unserer hoch dotierten Beamten mit einem Jahresverdienst von z.B. €50.000 und von €100.000 gesehen und diese Werte mal mit denen eines Angestellten mit gleichem Gehalt verglichen. Übrigens: Vom Vergleich der 1.Klasse Krankenversicherung Beamter/Angestellter in der Pension/Rente möchte ich gar nicht reden.
Christian Schmeding
30.08.2018 - 15:40
Ich finde es traurig, dass von Reformen gesprochen wird, aber immer nur das Prinzip „Renten rauf“ bei gleichzeitiger Beitragserhöhung raus kommt. Wir müssen lernen Zukünftsorientiert zu denken und nicht immer nur im Jetzt leben und denken. Agieren statt Reagieren. Aber wahrscheinlich reicht es der GroKo schon jetzt wieder auf Stimmeneinksuf zu gehen.
Peter Schultz
30.08.2018 - 13:00
Bei einer bisherigen Einzahlung von mehr als 40.000 Eur bleiben mir ab 65 Jahren ein Ertrag von 280 Eur?? Obwohl ich mich sebst und selbstständig versichere. Was ändert sich ???????????
Berthold Killait
30.08.2018 - 09:36
Warum haben wir kein Rentensystem wie Österreich? - Daran müsste gearbeitet werden!
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