FDPDiesel-Debatte

Für Wettbewerb und Innovation statt Planwirtschaft

AutomobilindustrieDie Freien Demokraten setzen auf Innovation und Forschungsförderung statt Verbotspolitik
08.08.2017 - 14:48

Der Diesel-Gipfel hat keinen Beitrag für die Zukunft der Mobilität geleistet, rügt FDP-Chef Christian Lindner. Fahrverbote und Quoten für Elektroautos liegen schon auf dem Tisch. Im Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung lehnt Lindner den Weg in die Planwirtschaft ab: Diese bringe nichts voran, sei teuer und bremse den Fortschritt. "Deutschland muss aber neu denken – und die Zukunft der Mobilität dem Wettbewerb der Innovationen überlassen", fordert er.

Im Ziel, Luft und Klima zu schützen und Emissionen zu senken, seien sich viele einig, betont Lindner. "Nur der Weg dahin ist nicht einfach. Dass Politiker heute schon prophezeien können, welche Technik der Zukunft am umweltschonendsten ist, ist ein Irrglaube", stellt er klar. Die Quote für Elektroautos suggeriere aber genau das und führe im Zweifel "direkt in die nächste Krise, wenn Deutschland seine Innovationskraft verliert und sich erneut einseitig auf staatlich gelenkte Technik verlässt", mahnt der FDP-Chef.

Eine gesetzlich vorgeschriebene Quote für E-Autos sei nicht geeignet, Mobilität, Klima- und Gesundheitsschutz gleichermaßen zu sichern, unterstreicht Lindner. "Alternative Antriebe wie die Brennstoffzelle, aber auch synthetische Kraftstoffe, bieten ebenso große Chancen für eine emissionsärmere Mobilität." Deshalb gelte es, mit Forschungsmitteln die Bemühungen der Forscher und Autobauer um die Entwicklung der Mobilität von morgen zu unterstützen. "Wir müssen die Chancen der Digitalisierung ergreifen, den Menschen Möglichkeiten eröffnen, größere, autonom gesteuerte und für den Verbraucher komfortable Mobilitätskonzepte zu nutzen", fordert er.

Die Industrie muss jetzt investieren

Kurzfristig müsse es darum gehen, Fahrverbote in den Innenstädten zu verhindern, so der FDP-Chef weiter. "Gefordert sind nicht die Steuerzahler und die Verbraucher, die sich auf Verbrauchswerte und Zusagen der Autobauer verlassen haben", verdeutlicht er. "Die Industrie muss jetzt viel investieren – in neues Vertrauen, die technische Umrüstung der bestehenden Fahrzeugflotte und in Innovationen für eine schadstoffärmere Mobilität." Die Erwartung an die Auto-Industrie sei zu Recht sehr hoch: "Gleichzeitig sollten wir all jenen, die jetzt an der Zukunft basteln, auch eine Chance dazu geben."

Kommentare (2)

Klaus Sawatzki
10.08.2017 - 22:50
1) Von welchen synthetischen Kraftstoffen reden wir denn? Es gibt derzeit und auch nicht in absehbarer Zeit irgend einen synthetischen Kraftstoff, der im PKW-Bereich einem Batterie-Elektrischen Abtrieb das Wasser reichen kann. Luftschlösser mit tollen Namen helfen nicht weiter. 2) Der Wettbewerb der Innovativen findet wenn nur noch in der Batterietechnologie statt, bei der Herstellung und Recycling-Verfahren. Das Zeitalter fossiler Energie naht für den Verbraucher endlich dem Ende. Zwischen den Zeilen solcher Aussagen riecht es unangenehm nach Technologieblockade, um den Verlierern der derzeit stattfindenden Disruption noch "planwirtschaftlich" etwas Zeit zu verschaffen. Kluge, nachhaltige Wirtschaftspolitik geht anders.
Bernhard Hecker
08.08.2017 - 20:03
Natürlich träfenj Fahrverbote die Falschen, insbesondere nämlich Handwerker, die ihre innerstädtischen Kunden betreuen wollen. Aber wie sollen sie denn verhindert werden? Indem man die bestehenden Richtwerte solange aussetzt, bis die Autohersteller bereit sind, zu liefern? Solange sie nicht müssen, denken sie nicht dran! Politisch Alles auf die eine Karte EINER von vielen denkbaren technischen Lösungen zu setzen, diesmal auf das E-Auto wie beispielsweise früher auf das Katalysator-Auto, ist natürlich falsch, weil es den Entwicklungseifer nicht fördert, sondern behindertt oder sogart verhindert.

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