FDPBürgerschaftswahl 2020

Hamburg hat dieses liberale Potenzial

Stapellauf HamburgDie Freien Demokraten Hamburg laden zum Wahlkampf-Auftakt mit Christian Lindner, Linda Teuteberg und Anna von Treuenfels-Frowein.
10.01.2020

Für den Hamburger Bürgerschaftswahlkampf bringen sich die Freien Demokraten mit ihrem Stapellauf am Freitag in Stellung. Christian Lindner und Anna von Treuenfels haben einen klaren Kompass. In einer Spezial-Ausgabe der Gesprächsreihe "Entscheider treffen Haider" zur Bürgerschaftswahl spricht Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider mit dem FDP-Chef und der FDP-Spitzenkandidatin zur Bürgerschaftswahl über die Tarnung der Grünen, die Wege aus der Klimakrise und populistische Senatspolitik. Beide sehen für die FDP eine große Chance.

Denn: "Die SPD ist auf einen Kurs eingeschwenkt, der wegführt von Helmut Schmidt und Gerhard Schröder. Die Grünen sind ebenfalls stark nach links gerückt, profitieren im Moment noch von einer bürgerlichen Wahrnehmung", sagt Christian Lindner. Schaue man genau ins Programm, stelle man fest, dass die Grünen zum Beispiel beschlossen haben, gegen das Eigenheim zu sein. Sie führen einen Kulturkampf gegen das Auto, sind für Steuererhöhungen. Die großen Fragen für den Wahlkampf in Hamburg sind seiner Ansicht nach: "Wohin gehen die sozialliberalen Wähler der SPD? Werden die Grünen ihre Fassade als bürgerliche Partei aufrechterhalten können oder schauen viele Bürger dahinter? Und will Hamburg weiter mit den Werten der bürgerlichen Mitte regiert werden?"

Anna von Treuenfels wiederum nimmt eine Wechselstimmung wahr. Sie höre von vielen Menschen, dass sie gar nicht mehr wissen, wen sie wählen sollen. "Viele SPD-Anhänger fragen sich doch, wie lange sich die SPD in Hamburg noch von ihrer Bundesspitze distanzieren kann." Hamburg habe immer eine sehr starke SPD gehabt, die meist gute Bürgermeister gestellt hat. "Jetzt haben wir als FDP eine große Chance, weil die SPD immer weiter nach links rutscht und die Grünen sich zwar bürgerlich geben, es aber nicht sind." Den Grünen wirft sie vor, oft populistische Vorschläge zu machen, "die immer den zweiten Schritt vor dem ersten machen."

"Nehmen wir mal das 365-Euro-Ticket. Der ÖPNV ist in Hamburg so mies ausgestattet, dass ein solches Ticket die Situation in U- und S-Bahnen weiter verschlechtern würde. Was wir für eine bessere Verkehrssituation in Hamburg machen müssen, ist, die Baustellen endlich besser zu koordinieren und den ÖPNV richtig auszubauen. Die autofreie Innenstadt halte ich für Quatsch, das wollen weder die Händler noch die Kunden. Wie sollen denn die Pendler in die Innenstadt kommen?"

Das Duell der Spitzenkandidaten von SPD und Grünen, Peter Tschentscher und Katharina Fegebank, sieht von Treuenfels gelassen: "Wenn sowohl Peter Tschentscher als auch Katharina Fegebank sagen, dass sie Bürgermeister werden wollen, werden sie nach der Wahl kaum gemeinsam ein weiteres Bündnis eingehen. Es wird also eine Dreier-Konstellation geben. Wir haben uns hohe Ziele für die Bürgerschaftswahl gesetzt, wollen zweistellig werden. Hamburg hat dieses liberale Potenzial. Wir wollen hier eine starke Partei sein, weil wir starke Ideen haben."

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