FDPRentenpolitik

Zukunft der Rente: Das will die FDP

Rentner mit EnkelkindAltersvorsorge muss sich für alle lohnen.
29.11.2016 - 14:15

CDU, CSU und SPD zoffen sich nach wie vor über die zukünftige Ausgestaltung der Altersvorsorge. Die Freien Demokraten befürchten die nächsten kostspieligen Wahlgeschenke der Großen Koalition. Angesichts des demografischen Wandels und der veränderten Arbeitswelt fordern sie den Generationenvertrag neu zu beleben und die Rente enkelfit zu machen. Statt weiteren Leistungsausweitungen müsse die Rente neu gedacht werden, wirbt FDP-Chef Christian Lindner für das FDP-Rentenmodell nach dem Baukastenprinzip.

Anpacken und Reform-Mut

Johannes VogelJohannes Vogel über zukunftsfeste Rente

Für den FDP-Rentenexperten Johannes Vogel ist in Sachen Rentenpolitik "Anpacken und Reform-Mut" gefragt. Statt die Rente endlich enkelfit zu machen und an die heutigen Erwerbsbiographien anzupassen, mache die Große Koalition teure Fehler in Reihe und will notwendige Reformen, die schon gelten, rückabwickeln. Er unterstrich: "Was wir brauchen, ist, dass wir bei den Reformen, die mal gemacht wurden, um die Rente generationengerecht und finanzierbar zu halten, bleiben. Sonst überfordern wir die Jungen. Und das ist unfair."

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer fasst zusammen, wie die Rente zukunftsfest gemacht werden kann: "Dazu gehört eine Altersvorsorge nach dem Baukastenprinzip, die gleichermaßen auf gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge setzt. Mehr Transparenz durch ein Onlineportal, das für jeden Bürger alle diese Elemente abbildet. Und ein flexibler Renteneintritt, der die persönliche Erwerbsbiografie berücksichtigt und längeres Arbeiten ermöglicht."

Maßnahmen für eine moderne Altersvorsorge

"Wer nicht nur defensiv ein altes System reparieren, sondern offensiv eine der Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts angepasste Altersvorsorge will, muss mutiger sein, als nur eine Rente mit 69 zu fordern", hat der Ökonom Thomas Straubhaar gefordert. Die Freien Demokraten sind der gleichen Ansicht - und haben ein entsprechendes Konzept entwickelt.

Flexibler Renteneintritt

In diesem heißt es: "Wir brauchen endlich einen grundsätzlich flexiblen Renteneintritt. Die Menschen sollen ab dem 60. Lebensjahr selbst entscheiden können, wann sie in Rente gehen. Wer später geht, bekommt mehr, wer früher geht, bekommt weniger Rente. Darüber hinaus müssen die Hinzuverdienstgrenzen nach Renteneintritt komplett wegfallen. Eine solche echte Reform ist überfällig."

Altersvorsorge nach Baukasten-Prinzip

Außerdem will die FDP die Altersvorsorge nach einem Baukastenprinzip organisieren, damit jeder sich seine Elemente im Laufe seines individuellen Erwerbslebens selbst zusammenstellen kann. Hier setzt sie auf Vielfalt bestehend aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Vorsorge, die wir nicht abschaffen dürfen, sondern besser machen müssen – zum Beispiel durch mehr Verbraucherfreundlichkeit und Vergleichbarkeit der Produkte.

Zudem sollte ergänzende Altersvorsorge auf eine breitere Basis gestellt werden. Dazu sollte die Möglichkeit ausgeweitet werden, auch in Aktien, Infrastruktur und Start-ups zu investieren. So könnte die Mitte der Gesellschaft auch stärker an den Chancen von Globalisierung und Digitalisierung teilhaben.

Schließlich sollten in den Augen des Freien Demokraten die Menschen zwischen Tätigkeiten, Arbeitgebern und Beschäftigungsformen wechseln können, ohne dadurch Nachteile für ihre Alterssicherung zu erleiden: Wer etwa zwischen Anstellung und Selbstständigkeit wechseln will, darf nicht benachteiligt werden, sondern muss zum Beispiel seine Riester-Förderung behalten können.

Mehr Transparenz

Das ganze System muss auch transparenter werden. Denn: Über 50 Prozent der Menschen sind nicht in der Lage, ihr Einkommen im Alter richtig einzuschätzen. Deswegen schlägt die FDP ein Online-Vorsorgekonto als datenschutzsicheres Angebot für jeden Bürger vor, das übersichtlich darlegt, welche Ansprüche bereits erworben wurden und wo eventuell nachgebessert werden muss.

Kommentare (2)

Nieme
30.11.2016 - 09:35
Anscheinend ist es in politischen Kreisen nicht bekannt, dass es betriebliche Altersrente in sehr vielen Betrieben gar nicht gibt. Es wird leider auch übersehen, dass im Rentner im Gegensatz zu früher auch Krankenkassenbeiträge u. Steuern zahlen. Unabhängig von diesen Kosten zahlen sie weiter Mieten, Versicherungen u. zum Leben benötigen sie auch etwas Geld, und das oft mit einem Bruchteil ihres letzten Verdienstes. Mittlerweile bekommt mancher Rentner weniger als ein Lehrling. Um seinen letzten Lebensstandart zu halten benötigt auch ein Rentner annährend seinen letzten Verdienst. Diesen Weg kann man nur mit Steuermitteln bewältigen.
Ingrid Wulff
11.11.2016 - 07:57
Nie wieder SPD - angelockt und abgezockt mit Unterstützung der CDU und Grünen Von der Regierung angelockt, man könne mit einem pauschalversteuerten Betrag eine private Altersversorgung aufbauen. Aus formalen Gründen über den AG. Und nun steht es im betrieblichen Bezug und plötzlich soll es ein Versorgungsbezug sein. Eine Barlohnverwendung, ohne Rentenwahlrecht, ohne Versorgungszusage und AG-Haftung kann aber kein Versorgungsbezug sein!!! Man hat einfach die alten Verträge vor 2001, mit den neuen Verträgen gleichgestellt, obwohl die Verträge nach dem Betriebsrentengesetz, im Unterschied zu den alten Verträgen, in der Ansparphase Sozialabgabenfrei sind. Solange die Regierung das größte Unrecht seid Bestehen der Bundesrepublik nicht beendet haben sie 8 Millionen Wähler verloren.
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